Martin Bostelmann, Martin Wilkening und Martin Hellwig beim Jahrestreffen der Norddeutschen Wasserstoffkonferenz
Martin Bostelmann, Martin Wilkening und Martin Hellwig bei dem Jahrestreffens der Norddeutschen Wasserstoffstrategie

Unter dem Titel "Strategien zur Dekarbonisierung – Strom oder Molekül?" fand am 15.12.2025 das diesjährige Jahrestreffen der Norddeutschen Wasserstoffstrategie in der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover statt. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne eröffnete das Treffen mit einem ermunternden Beitrag, dass Wasserstoff trotz der derzeitigen Unkenrufe einer der wichtigsten Bausteine zur Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrs und damit ein bedeutender Wachstumsfaktor für die norddeutschen Länder sei. Er dankte den Akteur*innen der Norddeutschen Wasserstoffstrategie für ihre bisherige Arbeit und zeigte sich zuversichtlich für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft. Zur Erläuterung: Die Wirtschafts- und Verkehrsministerien der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben 2019 gemeinsam vereinbart, bis 2035 eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufzubauen, um eine vollständige Versorgung aller an erneuerbarem Wasserstoff interessierten Abnehmer zu ermöglichen (mehr unter https://norddeutschewasserstoffstrategie.de).

Nach sehr interessanten Vorträgen und Präsentationen u.a. zu den rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen in Bereich Wasserstoff, der Sicht der Bundesnetzagentur und der Perspektive eines Übertragungsnetzbetreibers zu den aktuellen Netzanschlussbegehren für Elektrolyseanlagen sowie der Bedeutung eines Wasserstoffverteilnetzes aus der Sicht der DBI Gas- und Umwelttechnik und des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft wurde deutlich, dass zum Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft eine sektorübergreifende Planung der Infrastruktur und eine schlankere Regulierung von Vorteil wären. Kostendruck, die fehlende Verfügbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff und die aktuelle Planungsunsicherheit bringen viele Unternehmen dazu, eigene, dezentrale Lösungen zur Senkung ihrer prozessbedingten CO2-Emissionen zu entwickeln. Um hier keinen Konflikt im Energiesystem entstehen zu lassen, bedarf es weiterer Abstimmungen und regelmäßiger Abgleiche.

Diese Handlungsempfehlungen nimmt das Wasserstoffnetzwerk Leine-Weser mit aus dem Jahrestreffen und wird sich auch in den nächsten Jahren dieser Herausforderung stellen.

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